Nach einer einmonatigen Überfahrt von Uruguay ins Mittelmeer lag das Tiertransportschiff Spiridon II mit fast 3.000 Rindern aus Uruguay an Bord, die Hälfte davon trächtig, seit dem 22. Oktober 2025 vor der türkischen Küste fest, da ihm die Einreise in die Türkei und die Entladung der Tiere verweigert wurde.
Der Grund für die Zurückweisung des Schiffs durch die Türkei waren offenbar fehlerhafte Papiere.
Seit Beginn der Seenot gab es bereits 140 Geburten auf dem Schiff. Allerdings konnten bisher nur 50 Kälber gezählt werden, was bedeutet, dass weitere 90 Kälber vermisst werden. Zudem wurden 58 tote Rinder gemeldet. Die Tierschutzorganisation Animal Welfare Foundation (AWF) beobachtet den Fall und berichtet darüber (Das Horror-Schiff kehrt zurück – Spiridon II auf Todeskurs nach Uruguay).
Laut AWF hat das Schiff nunmehr die türkischen Gewässer wieder verlassen und befindet sich offenbar seit dem 14. November 2025 auf dem Rückweg nach Uruguay – mit den Rindern an Bord, von denen die wenigsten die Überfahrt überleben dürften. Die Rinder wurden vor der Abfahrt nicht von Bord gelassen, und AWF befürchtet, dass nicht genügend Futter an Bord ist, um die Tiere über den Atlantik zu bringen. Auf der Website von AWF wird die erfahrene Bordtierärztin Lynn Simpson wie folgt zitiert: „In dieser Enge und unter diesen unhygienischen Bedingungen sind Fehlgeburten fast unvermeidlich. Und selbst wenn ein Kalb lebend geboren wird, hat es kaum eine Chance.“ Weiter heißt es seitens AWF: „Sterben die Kälber, droht den Müttern eine schmerzhafte Mastitis, weil sie nicht gemolken werden können – behandeln kann sie an Bord niemand. Denn bei solchen Überfahrten ist es in Uruguay keine Pflicht, dass ein Tierarzt an Bord ist – wie übrigens auch in der EU nicht.“
Die Ankunft der Spiridon II in Uruguay wird Mitte Dezember erwartet.









