Gemeinsame Pressemitteilung

 

PETA Deutschland e.V.

Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V.

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Aktion Fair Play

 

zur Nutzung eines lebenden Esels im Stück PROPRIETÀ PRIVATA: Die Influencer Gottes kommen! auf der Volksbühne in Berlin

 

Berlin, 2. Januar 2026 – Im Rahmen einer aktuellen Aufführung auf der Volksbühne in Berlin Mitte wird ein lebender Esel als Bühnenrequisit benutzt. Das Tier ist bereits mehrfach im Dezember 2025 im Rahmen des Stücks PROPRIETÀ PRIVATA: Die Influencer Gottes kommen! mit Sophie Rois „aufgetreten“, am 2. und 18. Januar 2026 soll das Stück jeweils noch einmal aufgeführt werden. Auf der Bühne ist der lebende Esel als Krippenfigur in einer Weihnachtskrippe zu sehen.

Gegen die Nutzung des Esels haben sich bereits die Tierschutzorganisationen PETA, Bund gegen Missbrauch der Tiere, die Aktion Fair Play und auch die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht gegenüber der Volksbühne ausgesprochen.

Die Nutzung des Esels, der ein sogenannter stiller Leider ist, ist unethisch und tierschutzwidrig. Denn es ist nicht damit getan, dass der Esel nur eben kurz auf der Bühne als „Krippenfigur“ herhalten muss. Das Tier muss aus seiner Haltung geholt, bereits für die Proben und dann noch für die einzelnen Aufführungen zur Volksbühne transportiert werden und muss die Bühne letztlich auch betreten – ob die Zuwegung auf die Bühne für Huftiere ohne Angst und Schwierigkeiten gangbar ist, ist den Tierschutzorganisationen nicht bekannt.

Bereits im Jahr 2023 sollte ein Esel in der Deutschen Oper in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf „auftreten“, er sollte nur mal über die Bühne gehen. Ein Whistleblower hat seinerzeit von der tierschutzwidrigen Behandlung des Esels während der Proben zum Stück „Der Barbier von Sevilla“ berichtet, der Angst vor der dunklen Zuwegung und den Stufen hinauf zur Bühne hatte und daraufhin misshandelt wurde, damit er über die Stufen auf die Bühne steigt. Letztlich ist der Esel nicht in dem Rossini-Stück aufgetreten.[1]

In der Staatsoper in Berlin Mitte haben mehrere Tierschutzorganisationen im Jahr 2022 erreicht, dass dort nach der Nutzung von echten Kaninchen in einem Wagner-Stück nur noch Kuscheltiere „auftraten“.[2]

„Sich Tieren als Requisiten zu bedienen, als seien sie Gegenstände, die nicht fühlen, ist nicht mehr zeitgemäß und zeigt, wie ignorant die Menschen, die dies tun, gegenüber den Tieren und deren Bedürfnissen sind,“ sagt Rafael Cortes von PETA Deutschland. „Lebende Tiere gehören nicht auf die Bühne. Es ist an der Zeit und durchaus erwartbar, dass die Menschen reflektiert und ehrlich darüber nachdenken, ob der Einsatz echter Tiere in der heutigen Zeit noch in Ordnung ist oder ob sich der Mensch hier nicht über das Tier stellt und dessen Bedürfnisse und Wesen im Namen der „Kunst“ schlichtweg ignoriert. Kunst, die auf dem Rücken anderer ausgeübt wird,“ so Dr. Barbara Felde, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht.

Gemeinsam fordern die Tierschutzorganisationen, lebende Tiere nicht auf Bühnen und in Theatern zu benutzen, als seien sie leblose Sachen, sondern Kreativität und Respekt zu zeigen, indem lebende Tiere durch Attrappen oder z. B. Hologramme ersetzt werden.

[1] https://klassik-begeistert.de/deutsche-oper-berlin-zieht-esel-aus-geplanter-rossini-auffuehrung-ab-deutsche-oper-berlin-8-september-2023/#comment-22452

[2] https://www.bz-berlin.de/unterhaltung/staatsoper-zeigt-ring-mit-plueschhasen-aber-ohne-barenboim

 

Die Pressemitteilung ist als PDF hier abrufbar.